Junges Weihnachtskonzert

Musiker der Christoph-von-Schmid-Schule begeisterten das Publikum in der Katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Thannhausen

Selbst die Empore war an diesem Abend vollbesetzt, so groß war der Andrang beim diesjährigen Weihnachtskonzert der Realschule Thannhausen. Direktor Marcus Langguth freute sich ganz besonders, dass er auch viele ehemalige Lehrer und Schüler an diesem Abend begrüßen durfte. Wochenlang hatten die Kinder geprobt, nun war es endlich soweit. Das Publikum erwartete ein Panorama des musikalischen Könnens von über 200 Mitwirkenden.
Irmgard Hofmann-Trinis Chorklasse der fünften Jahrgangstufe, unterstützt durch ein Streicherensemble aus Violinen, Celli und Kontrabass verzauberte zu Beginn die Zuhörer durch seinen schwungvollen, fröhlichen Vortrag von Georg Friedrich Händels Weihnachtslied „Joy to the world“.
Musik ist eine universelle Sprache, die Zeit und Raum überwindet. Deshalb war es kein Stilbruch, als die jungen Sänger zusammen mit Mitgliedern der Schulband mit Nenas „Wunder geschehen“ fortfuhren, einem Song, der Mut und Hoffnung vermitteln möchte.
Doch auch das gesprochene Wort kam zu seinem Recht. Zusammen mit ihrer Lehrerin Birgit Schrader trug die Klasse 5a gereimte Weihnachtswünsche vor. Die 5d mit ihrer Deutschlehrerin Carolin Stürzl stand dem in nichts nach. Das Publikum hörte zunächst die Geschichte des „Little Drummer Boy“, eines Jungen, der sich nichts sehnlicher wünscht, als vor dem Jesuskind seine Trommel spielen zu dürfen. Anschließend sangen sie – mit der berühmten Trommelbegleitung – eine rührende Version des Originals von Katherine K. Davis. Bing Crosby und David Bowie hätte es sicher gefallen. Auf eine Interviewtour hatte sich in den vergangenen Wochen die Klasse 8c auf Anregung ihrer Lehrerin Anina Ettlinger begeben. 140 Personen befragten sie nach der „Bedeutung von Weihnachten“. Allen Antworten gemein war, dass trotz Stress und Reizüberflutung die Ankunft eines Abends herbeigesehnt wird, an dem die Nächstenliebe im Vordergrund steht. Das lässt hoffen in unsicheren Zeiten.
Sodann spielten sich die Bläser der fünften und sechsten Klassen unter Rainer Steber mit dem Klassiker „Mary’s Boy Child“ von Jester Hariston in die Herzen des Publikums, gefolgt von Luitgard Weis mit der Chorklasse der Sechsten und dem Adventslied „Maria durch den Dornwald ging“, zweistimmig und wunderbar melancholisch interpretiert. Simon und Garfunkels „The Sound of Silence“ ist kein Weihnachtslied, es klingt aber so. Die Schulband der achten und neunten Klassen vermittelte einen lebendigen Eindruck, warum dieses Lied einst in die Liste der 500 besten Songs aller Zeiten aufgenommen wurde. Einen schönen Kontrast dazu bildeten die beiden nächsten Titel. Während „Let it all go“ ein sehnsuchtsvoll-schmerzliches Abschiedslied ist – ebenfalls vorgetragen von der Schulband mit Kristina Schwab am Klavier -, feiert „Little Girl from Trinidad“ die karibische Lebensfreude. Das Orchester meisterte diese Aufgabe mit Bravour und setzte mit einer modernen Gospel-Rock-Zusammenstellung unter dem Titel „Christmas Spiritual“ noch eins drauf. Längst juckte es dem Publikum in den Händen, man hatte aber zu Beginn darum gebeten, erst am Ende zu applaudieren. Dabei hielt der Abend noch einige Höhepunkte bereit: Zu Herzen gehend interpretierte die Schulband „The Rose“ von Bette Midler und erinnerte danach mit „Hallelujah“ an den jüngst verstorbenen Leonard Cohen.
Zum Schluss wurde es feierlich. „Cantus Angelus“ ist kompositorisch an Georg Friedrich Händels „Gloria in Excelsis Deo“ angelehnt. Vermittelt werden soll das Wunder der Weihnacht. Das „Junge Weihnachtskonzert“ schließlich versammelte ein Potpourri bekannter Weihnachtslieder, schmissig und flott arrangiert. Das Orchester und die Bläserklassen zusammen zeigten sich beide Male auf der Höhe ihres Könnens. Jetzt endlich durften die Zuhörer ihren Beifall spenden – und der fiel überschwänglich aus!
Marcus Langguth dankte allen Beteiligten auf und hinter der Bühne für ihr grandioses Engagement, insbesondere jenen drei Personen, die einmal mehr den Ruf der Thannhausener Realschule als „musische Schule“ befestigt hatten: Irmgard Hofmann-Trini (Gesamtleitung und –organisation), Rainer Steber und Luitgard Weis. Mit den besten Wünschen und der Hoffnung auf eine frohe, friedliche Weihnacht entließ der Direktor die Gäste schließlich nach Hause.
Text: Wolfgang Werz