Schule zum Anfassen

Am 9. März war es wieder soweit: Die Christoph-von-Schmid-Realschule lud die künftigen Fünftklässler und ihre Eltern zum „Tag der offenen Tür“

Und alle kamen! Diesen Eindruck gewann, wer die bis auf den letzten Platz besetzte Aula der Christoph-von-Schmid-Schule sah. Schulleiter Marcus Langguth begrüßte gemeinsam mit der Vorsitzenden des Elternbeirats Caroline Ertel die jungen Gäste mit ihren Eltern und ermunterte sie, ihre künftige Schule auf eigene Faust zu erkunden. Die Lehrer hatten sich einiges einfallen lassen, um ihre Fächer zu präsentieren:
Schon zur Begrüßung zeigte die Bläserklasse der Fünften und Sechsten unter Rainer Steber ihr Können mit einigen flotten Stücken. Die musische Bildung hat an der Schule traditionell einen hohen Stellenwert. Neben der Bläserklasse gibt es die Chorklassen, die Schulband und das Schulorchester. Die engagierte Arbeit zahlt sich aus. Im Februar dieses Jahres erhielt die Realschule Thannhausen das Zertifikat des Musikförderprojekts klasse.im.puls von Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich.
Naturwissenschaften machen besonders Spaß, wenn man ihre praktische Anwendbarkeit sieht. Im Chemiesaal „vergoldeten“ Sebastian Breu und Canan Denkci Kupfermünzen und ließen mit Wasserstoff gefüllte Luftballons explodieren. Das Kreischen der Viertklässler hörte man bis in den Bio-Saal, wo künftige Biologen sich im Mikroskopieren übten. Mit Schaudern durfte man auch aus der Bauchhöhle eines offenen Plastiktorsos die inneren Organe des Menschen entnehmen und anschließend wieder einsetzen. Im Physiksaal konnte man die Zukunft bestaunen: Die Teilnehmer am „MINT“-Unterricht bei Herrn Daniek ließen ihre selbst gebauten und programmierten Roboter durch den Saal fahren. Wie praktisch das Hebelgesetz ist, erfuhr, wer mittels einer überdimensionierten „Saftpresse“ scheinbar mühelos auch noch den letzten Tropfen aus Orangen herausquetschen durfte.
Im Werkraum bei Kunstlehrerin Anina Ettlinger konnte man selbst kreativ werden und mittels Schere und Tonpapier spielerisch die verschiedenen Grundfertigkeiten des Werkens üben. Ihre Kollegin, Frau Lenz bot im Kunstsaal einen veritablen Grundkurs in verschiedenen Maltechniken an, der regen Zuspruch fand. Großen Zulauf fand natürlich wie jedes Jahr die Schulküche, wo die achten Klassen unter Irene Schmid mit köstlichen selbstgebackenen Kuchen lockten. Die Stärkung war nötig, denn in der Sporthalle wurde es anstrengend: Die Fachschaft Sport gab den Grundschülern einen Basiskurs im Einradfahren und auf einer gigantischen aufblasbaren Matte, dem „Air-Track“, vollführte die „Turnergang“, eine siebenköpfige Mädchentruppe, die waghalsigsten Kunststücke. Sie haben es mit ihrem Trainingsfleiß immerhin bis in das Bezirksfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ geschafft.
Im ersten Stock residierten die Sprachen: Bei Johanna Heymann, der Leiterin der Fachschaft Deutsch, galt es, ein kniffliges Wortquiz zu lösen, während bei „den Franzosen“ einen Raum weiter leckere „Gaufres“ (frz. Waffeln) gebacken wurden und Frau Kämpfle vom jährlichen Schüleraustausch mit den normannischen Partnerstädten Mortain und Sourdeval erzählte. Ganz im Zeichen von „Union Jack“ und „Stars and Stripes“ stand der Raum der Fachschaft Englisch. Von den Englischlehrern Rita Henzler und Markus Nelhübel erfuhren die Besucher bei leckerem Shortbread und Tee allerhand Wissenswertes über die Angelsachsen.
„Nebenfächer“ – die Bezeichnung hat etwas Abwertendes. Dabei sind es oft Fächer wie Geschichte, Erdkunde oder Religion, die – entsprechende Anschaulichkeit des Unterrichts vorausgesetzt – Kinder begeistern können. Auf die Spuren von Indiana-Jones begab man sich am Info-Stand der Fachschaft Geschichte. Herr Oczypinski präsentierte Nachbildungen berühmter archäologischer Fundstücke und ein Geschichtsquiz lud die Eltern dazu ein, ihr historisches Wissen zu testen. Erdkundelehrer Andreas Dümmler erläuterte, wie man sich mit einem Kompass orientiert und zeigte am Modell die Abläufe im Inneren eines Vulkans.Bei den ReligionslehrernLuitgard Weis und Günter Kugelmann gab es eine mehrere Meter lange Tora-Rolle zu bestaunen. Wer eher den künstlerischen Ausdruck suchte, durfte selbst Kirchenfenster entwerfen oder sein Wissen über Religion in einem Quiz testen lassen.
„Mathe“ kann auch Spaß machen. Herr Beischl und Frau Seibold faszinierten die künftigen Fünftklässler mit Geometriespielen, 3D-Bildern und Mathe-Memory. Zum spezifischen Profil der Realschule gehört auch die Informationstechnologie. Herr Freitag erklärte den Interessierten die Schwerpunkte: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Webseitenerstellung,Bildbearbeitung, Präsentation und – als Besonderheit - Technisches Zeichnen mittels CAD.
Fächer wie„Betriebswirtschaft und Rechnungswesen“ sowie „Wirtschaft und Recht“ sind sehr berufsorientiert. Selbst erstellte Informationsplakate der Fachschaft informierten die Besucher über Betriebserkundungen, die Teil des Unterrichts sind. Die Schüler bekommen so frühzeitig Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern.
Viel zu schnell gingen die zwei Stunden vorbei.
Im Anschluss stellten die Leiter einzelner Fachschaften dem Plenum ihre Arbeit vor. Im Zentrum stand dabei das methodisch-soziale Konzept, mittels dessen den ehemaligen Grundschülern der Übergang an das „System weiterführende Schule“ so angenehm wie möglich gemacht werden soll. Hier kommt die SMV ins Spiel. Die „Fünftklasstutoren“ kümmern sich in den ersten Schulwochen um die „Neuen“, helfen, unterstützen und sind ständige Ansprechpartner bei allen Fragen und Problemen.
Eine Besonderheit an der Christoph-von-Schmid-Schule ist die sog. „Offene Ganztagesgruppe“ für Kinder, deren Eltern eine Nachmittagsbetreuung wünschen. Die gute Nachricht: Das Angebot ist kostenlos - bis auf das Mittagessen in der Mensa der Mittelschule. Nachmittags stehen den Schülern nach einer Hausaufgabenzeit verschiedene Freizeitangebote zur Verfügung, durchgeführt und beaufsichtigt von drei engagierten Betreuerinnen.
Seinen Schlussvortrag stellte Schulleiter Marcus Langguth unter das Motto:
„Jedes uns anvertraute Kind wollen wir zu einem Abschluss führen.“
Deshalb betonte er ganz besonders die Tatsache, dass einem Realschüler ausnahmslos alle Bildungswege offen stehen, ob er sich nun nach seinem Abschluss für eine Ausbildung entscheidet oder an der FOS seine fachgebundene Hochschulreife erwerben möchte. Selbst der Weg auf das Gymnasium und damit zur Allgemeinen Hochschulreife ist möglich.
Am Ende äußerte der Schulleiter den Wunsch, möglichst viele seiner jungen Zuhörer im September wieder als neue Schüler an der Christoph-von-Schmid-Schule begrüßen zu können.

Text: Wolfgang Werz
Bild: Foto-AG