Musik verbindet – Projektwoche der Orchesterklasse 5b

Mit dem Schullandheimaufenthalt über den Dächern von Thannhausen am Schlossberg begann zwei Wochen vor den Pfingstferien der erste spannende Teil der Projektwoche der Klasse 5b. Die Intensivierung der Klassengemeinschaft und die Vorbereitung auf den Wettbewerb der Bläserklassen des Bayerischen Blasmusikverbands standen hierbei im Mittelpunkt. Begleitet wurde die Klasse von den Fünftklasstutorinnen Julia Scherer, Barbara Steiner und Lorena Geiger sowie von Musiklehrer Rainer Steber und der Klassenleiterin Heike Lenz.
Rainer Steber war vom Potential der Jungmusiker überzeugt und hatte sich in Absprache mit den Schülern um eine Bewerbung zur Teilnahme am Wettbewerb gekümmert. Nachdem die Zulassung zum Wertungsspiel feststand, begann die Probenphase für das Blasorchester, das sich selbst den Namen „CvS-Blechsalat“ gab. Während des Orchester-Unterrichts konnte bereits eine gute Grundlage erarbeitet werden, an der während des Schullandheimaufenthalts vom 22. bis zum 24. Mai bis zur Vortragsreife geschliffen wurde.
Ein abwechslungsreiches und vielseitiges Programm gestaltete den Aufenthalt sehr kurzweilig: Am ersten Tag fanden bereits Orchester- und Registerproben statt. Letztere sind Stimmproben, bei denen das Orchester nach Instrumentengruppen aufgeteilt übt. Dies ermöglicht es auf musikalische Feinheiten eingehen zu können, was in der kompletten Orchesterbesetzung weniger gut möglich ist. Hierbei wurde Rainer Steber, der mit den Trompeten und Tenorhörnern übte, von der Jugendkapelle Mindel-Zusam unterstützt. Theresa Mayer, Klarinettistin, betreute die Flöten, Klarinetten und Saxophone. Tutorin Lorena Geiger leitete zusammen mit Christoph Mayer die Einzelproben der Schlagzeuger.
Vor und nach den Registerproben durften die Schüler neue Spiele ausprobieren, bei denen soziales Lernen im Mittelpunkt stand: Teamarbeit, Möglichkeiten der Kommunikation, Vertrauensübungen und Konfliktlösungsstrategien konnten an unterhaltsamen Spielsituationen erlebt werden. Vor Einbruch der Dunkelheit entzündeten die Jungs ein Lagerfeuer und schnitzten Haselnussruten zum Stockbrotgrillen zurecht. Manche Stöcke waren wahre Schnitzkunstwerke. Über der Glut wurde bei fleißigem Drehen des Stocks der süße bzw. salzige Hefeteig schnell gar, sodass einige es schafften bis zu sieben Stockbrote gebacken zu bekommen. Eng zusammengerückt um das Lagerfeuer kauernd entstand eine besonders eindrucksvolle Atmosphäre mit vielen interessanten Gesprächen.
Am Dienstagvormittag wurde wieder geübt, bevor die Klasse am Nachmittag unter Leitung der Diplom-Biologin Gabriele Heinze auf Naturexkursion ging. Nach einer interessanten Wildkräuterführung erforschten die Schülerinnen und Schüler das Leben in einem Teich: Ausgerüstet mit Käschern, Wasserwannen und Lupenbechern wurden Wasserflöhe, Libellen- und Stechmückenlarven, Stabwanzen, Wasserasseln, Wasserschnecken, Wasserläufer, Wasserkäfer, Kaulquappen und viele andere Tiere entdeckt und gefangen. Die abschließende Ausstellung in den Lupenbechern zeigte, dass Teiche und Tümpel ein wichtiger Lebensraum sind, den es zu schützen gilt, um das ökologische Gleichgewicht nicht zu stören.
Nach einer deftigen Brotzeit im Schullandheim marschierte die Klasse zum Eiscafé Pillot und genoss bei leckeren Eiskreationen den lauen Frühsommerabend mit multikulturellem Flair bei Miguel Miranda, der „seine Schüler“ stets besonders entgegenkommend bedient und gerne auch mal einen ganzen Eimer Karamellkekse an seine Stammkunden verschenkt. Am späteren Abend standen erneut Spiele und ein Gesangsvortrag auf dem Programm. In einer nächtlichen Fackelwanderung durch den Wald, bei der die Klasse nochmals spüren konnte, wie wichtig und stark der Zusammenhalt in einer Gruppe ist, fand der Tag seinen Höhepunkt.
Am letzten Tag standen neben einer spielerisch gestalteten Feedback-Runde die letzten Proben der Stücke für den Wettbewerb, die Klärung der Ablauf- und Kleidungsfragen sowie die Generalprobe auf dem Programm. Geübt wurde wie unter Wettbewerbsbedingungen: Die Klasse marschierte nach Instrumenten geordnet unter Anführung des Dirigenten in den Vortragssaal ein, setzte sich konzentriert an ihre Notenpulte und wartete in aufrechter Haltung auf ihren Einsatz. Bei der nachfolgenden Videoanalyse erkannten die Jungmusiker, dass es im Wertungsspiel neben der Rhythmik, dem Zusammenspiel, der Klangqualität und Dynamik auch auf die Bühnenpräsenz ankommt.
Die Orchesterklasse hat in der Probenzeit im Schullandheim viele gemeinschaftlichen Erfahrungen gesammelt und Erkenntnisse im musikalischen Spiel miteinander gewonnen. So hat sich neben der Nervosität zur großen Frage, wie der „Blechsalat“ beim Wettbewerb am 26. Mai in Müchen wohl abschneiden werde, auch ein Gefühl der Sicherheit entwickelt. Das große Ziel und damit der zweite spannende Teil der Projektwoche, rückte mit dem Ende des Schullandheimaufenthalts näher. Die Erwartungen an den Wettbewerb waren bei allen Schülerinnen und Schülern groß, denn sie wollten zeigen, dass sich ihr Einsatz gelohnt hat.

Heike Lenz