Ein ganz besonderer Vormittag – ein Besuch im Dominikus-Ringeisen-Werk (DRW) in Ursberg

Das DRW hatte am 27. Juni 2017 die Schüler aus der Klasse 8 D und am 28. Juni 2017 Schüler aus den Klassen 8 A und C zu Besuch. Begleitet wurden die Schüler mit dem Profilfach Haushalt und Ernährung, sowie sechs Schüler aus anderen Wahlpflichtfächergruppen von Frau Schmid, Frau Deubele und Frau Fischer.
Im Anschluss an einen 30-minütigen Fußmarsch von Thannhausen nach Ursberg wurden die Schülerinnen und Schüler sehr herzlich von Herrn Michael Stadler (Personalentwicklung) und Frau Margit Kapfer (Öffentlichkeitsarbeit) sowie zwei Praktikantinnen empfangen.
Frau Kapfer hat selbst über 35 Jahre im DRW gearbeitet und konnte das Lebenswerk des Priesters Dominikus Ringeisen von den Anfängen bis zur heutigen Entwicklung sehr gut vermitteln. Das Logo – der Ringeisenbaum – als Sinnbild für die 7 Werke der Barmherzigkeit stand dabei im Mittelpunkt. Der Ursprung des DRW´s lag im Kauf eines Klosters (das heutige Gymnasium) woraus durch die Mithilfe vieler Unterstützer, vor allem Klosterfrauen, die St. Josefskongregation erblühte. Vor ca. 20 Jahren wurde das DRW eine Stiftung des öffentlichen Rechts.
Ausgehend von dem Leitspruch „Jeder Mensch ist kostbar“ erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in das Leben und Wohnen der Menschen mit Behinderung.
Begabungen werden hier gefördert, die Menschen in ihren Unzulänglichkeiten unterstützt, im Alltag begleitet und nach Bedarf gepflegt.
Auch heute können viele Handwerksberufe wie Maler, Schreiner, Gärtner, Bäcker… erlernt werden. Die Auszubildenden erhalten mehr Zeit und mehr individuelle Förderung zum Erwerb der Theorie und der praktischen Kenntnisse; schließen aber mit derselben bundesweiten Prüfung ab wie jeder Azubi seiner Branche.
Zur persönlichen Förderung der Menschen mit Behinderung gibt es verschiedene Schulangebote, z. B. die Förderschule, die Sonderberufsschule oder eine Schule für Gehörlose, aber auch Werkstätten, die ihrer Behinderung gerecht werden.
Mehrere interessante Kurzfilme zeigten den Schülern auf, dass die Menschen ein ganz normales Leben führen. Sie freuen sich über verschiedene Sport-, Freizeit- und Urlaubsangebote.
Über der Oase DRW – in welcher der Mensch im Vordergrund steht – liegt auch ein Schatten. Während der Nazizeit wurden viele Menschen aus Ursberg deportiert. Ein Mahnmal erinnert an die 379 Menschen, die dabei starben.
Ein besonderer Höhepunkt des Besuches war natürlich die Möglichkeit, die Menschen direkt im Alltagsleben in ihren Betreuungs- und Arbeitsplätzen zu erleben.
Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler eine ausführliche Auflistung der möglichen Praktika und der breitgefächerten Ausbildungsmöglichkeiten mit den entsprechenden Vergütungen.
Am Ende bedankten sich die Schüler für die tolle Organisation und die vielen nachhaltigen Eindrücke.
Von der Herzlichkeit und Lebensfreude der Bewohner inspiriert marschierten wir bei sehr schwülem Wetter nach Thannhausen zurück.
G. Fischer