Bussicherheitstraining für die 5. Jahrgangsstufe

Fast 89 % unserer Schüler und Schülerinnen, stammen nicht aus Thannhausen, sodass diese tagtäglich den Bus als Verkehrsmittel zur Schule nutzen müssen.

Daher fand auch dieses Schuljahr bereits in der dritten Schulwoche das äußerst informative, aber auch lehrreiche Bussicherheitstraining für die neuen Fünftklässler an unserer Schule statt.

Zu Beginn des Trainings wurden die Schüler zunächst auf ihre eigenen Erfahrungen rund um das Busfahren angesprochen und sie berichteten daraufhin allerlei Eindrücke, die sie bereits in den ersten Schulwochen in und rund um den Schulbus gesammelt haben.

Schnell wurde ihre Aufmerksamkeit auf den Bus selbst, seine Abmessungen und Dimensionen gelenkt. Dabei erfuhren die Schüler unter anderem, dass ein Bus mit Schülern genauso schwer sein kann, wie fünf ausgewachsene Elefanten. So erstaunte es die Schüler nicht, dass viele Menschen Gefahrensituationen rund um den Bus nicht bzw. nicht richtig einschätzen können.

Um diesen zu begegnen, wurde für unsere Fünftklässler unter ihrer tatkräftigen Beteiligung zunächst einmal ein scheinbarer Zaubertrick vorgeführt. Während der Polizeihauptmeister Herr Praschivka zwei Schüler der Klasse ablenkte, platzierten die beiden Busfahrer Herr und Frau Seibold alle anderen Schüler der Klasse scheinbar vollkommen wahllos um den Bus herum. Als die abgelenkten Schüler anschließend auf dem Fahrersitz des Busses Platz nehmen durften, war die Überraschung groß. Kein einziger Mitschüler der Klasse war mehr zu sehen. Schnell wurde hier klar, dass es an dem „toten Winkel“ des Busses liegt, der ganze Schulklassen „verschlingen“ kann. Gezielt nachgefragt wurde durch diese Erfahrung jedem Schüler klar, wie wenig der Busfahrer auf seinem Sitz also tatsächlich in seinem direkten Umfeld sehen kann.

Anschließend durfen die Fünftklässler abschätzen, wie lange ein Schul- und Linienbus braucht, um tatsächlich in einer Gefahrensituation zum Stehen zu kommen. Dazu zeichneten sie mit Straßenkreide Markierungen auf die Fahrbahn. Selbst bei einer darauffolgenden Vollbremsung bei 30 km/h wurde den Schülern eindrucksvoll bewusst, dass sehr viel Kreide unter dem Schulbus verschwand.

Bei Nässe und Eis kann ein solcher Bremsweg, so erfuhr man weiter, bis zu vierzig Meter betragen. So hat der Busfahrer keine Chance rechtzeitig zum Stehen zu kommen, sollte ein Kind an der Bushaltestelle plötzlich auf die Straße laufen.

Gefahren drohen aber schon beim Ein- und Aussteigen, zum Beispiel bei Rangeleien und Gedränge, während der Bus sich der Haltestelle nähert. Ein Schulranzen, so erklärte beim Bussicherheitstraining Herr Seibold den Schülern, kann bei einer Vollbremsung zu einem Geschoss werden. Ein Fuß könnte unter einem Busreifen sogar zerquetscht werden. Dieses wurde den staunenden Schülern anhand einer verschlossenen Wasserflasche bewusst, die weder sie noch ihre Lehrer vorher zusammendrücken konnten. Von einem auf den anderen Moment war die Flasche jedoch platt, als ein Reifen ihres Schulbusses diese überrollte.

Neben dem korrekten Verhalten an der Bushaltestelle und des perfekten Einsteigens in das von den Schülern täglich genutzte Fahrzeug, erfuhren die Schüler anschließend von Herrn Praschivka, was sie im Bus zu beachten haben und welche Sitzplätze gerade sie als „Kleinste“ im Schulbus, aber auch bei einer späteren Abend- oder Nachtfahrt im Linienbus nutzen sollten, um durch aufdringliche Personen im Bus entstehende Gefahrensituationen zu vermeiden und sich diesen gegebenenfalls schnell zu entziehen.
Zuletzt fand eine simulierte Evakuierung des Busses unter Anleitung der anwesenden Busfahrer statt.
Zum Abschluss des Trainings durften die Schüler dem anwesenden Polizisten und den beiden Busfahrern ihre noch offenen Fragen stellen, die gerne, ausführlich und geduldig zur vollsten Zufriedenheit aller beantwortet wurden.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Herrn Praschivka von der Polizeiinspektion Krumbach und bei Herrn und Frau Seibold vom Busunternehmen BBS für die äußerst lehrreiche Schulstunde im Freien.

Konstantin Petri