Viel MEHR als nur BITTE und DANKE sagen!

Für das friedliche Miteinander und Wohlbefinden in der Schulgemeinschaft ist die Einhaltung der Werte und Normen von großer Bedeutung. Außerdem ist die Wertevermittlung auch für die Charakterbildung maßgebend. Aus diesen Gründen nimmt unsere Schule seit dem Schuljahr 2018/19 an dem Programm „Werte machen Schule“, das vom Bayerischen Kultusministerium ins Leben gerufen wurde, teil. Dazu wurde unsere Schülersprecherin Lavinia Keppeler, Klasse 9e, zu einer Wertebotschafterin ausgebildet. Voller Tatendrang kam sie von ihrer einwöchigen Ausbildung zurück und präsentierte ihre Ideen den Verbindungslehrkräften. Aus einer davon ist ein großes Projekt entstanden, nämlich der Wertetag für die 8. Jahrgangsstufe. Schnell bildete sich ein Team aus Neuntklässlern, die daran mitwirken wollten: Baur Bastian (9a), Baur Valentina (9b), Bekar Eda (9b), Schmidt Reinhold (9c), Miller Corinna (9d), Endres Elina (9e), Schorer Lea (9e), Krumpholz Katharina (9e), Rademakers Angelina (9e), Jungmann Beatrice (9e) und Keppeler Lavinia (9e).

Am 17.07.2019 führte das Werte-Team das lang geplante Vorhaben durch. Zu Beginn wurden die Achtklässler willkürlich in 6 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe besuchte abwechselnd alle sechs Workshops, die je zwei Mitglieder des Werte-Teams geleitet haben. Thematisch standen im Vordergrund folgende Werte: Hilfsbereitschaft, Toleranz, Respekt, Frieden, Höflichkeit und Zivilcourage.

  1. Hilfsbereitschaft

Die Schüler stellten in einem Rollenspiel verschiedene Situationen dar und mussten selbstständig entscheiden, wie sie reagieren. Hilft man einem Passanten zum Beispiel, den Weg zu finden, obwohl man in Eile ist? Hilft man einem älteren Menschen mit Krücken aus dem Bus zu steigen oder ignoriert man ihn nur? Danach durften die Workshop-Teilnehmer an iPads einen Selbsttest „Wie groß ist deine Hilfsbereitschaft?“ machen. In welchen Situationen die Schüler hilfsbereite Handlungen schätzen, wurde anschließend im Plenum besprochen und auf Plakaten festgehalten.

  1. Toleranz

In diesem Workshop sollten sich die Schüler gegenüber der Andersartigkeit öffnen. Als Einstieg diente ein ergreifendes Video zum Thema Homosexualität. Anschließend beschäftigten sich die Schüler mit folgenden Fragestellungen:

  • Wie sollte man Homosexuelle behandeln? Wie sollte man generell mit Andersartigkeit umgehen?
  • Wer legt eigentlich fest, was normal ist?
  • Ist es wirklich schlimm anders zu sein?


Unterteilt in Dreier-Gruppen führten die Teilnehmer kleinere Diskussionen zu weiteren Themen wie Geschlechtsumwandlung, Bisexualität, Tragen von Kopftüchern und multikulturelle Ehen. Um die Andersartigkeit positiv darzustellen, überlegten die Schüler, was denn an ihnen selbst anders sei und hielten diese Gedanken auf einem Plakat „Ich bin anders und das ist gut so!“ fest.

  1. Respekt

Hier sollten sich die Schüler Gedanken machen, ob sie gegenüber anderen Menschen, Lebewesen und der Umwelt Respekt haben. In einer Diskussionsrunde beschäftigten sie sich damit, wem und warum man Respekt entgegen bringen sollte. Zunächst sollte man seine Mitmenschen so annehmen, wie sie sind. Dazu haben die Schüler in einem Spiel ausprobiert, das Positive eines Menschen zu sehen und Komplimente zu verteilen.

Im zweiten Teil des Workshops ging es darum, was jeder einzelne in seinem Leben ändern möchte, um am Umweltschutz Anteil zu nehmen. Außerdem haben die Teilnehmer ihren eigenen ökologischen Fußabdruck berechnet.

  1. Frieden

Zu Beginn behandelten die Leiter dieses Workshops das Thema Mobbing in der Schule. Dazu wurde ein kurzer Film über ein Mädchen, welches an einer Schule neu aufgenommen wurde und Schwierigkeiten hatte, sich in seine neue Klasse zu integrieren, gezeigt. Was jeder einzelne tun kann, um einen neuen Klassenkameraden aufzunehmen, besprachen die Teilnehmer daraufhin im Stuhlkreis. Abgesehen davon ging es um das Thema Frieden im Klassenzimmer und um eine gelungene Kommunikation nicht nur zwischen den Mitschülern, sondern auch zwischen den Ländern. Denn fehlendes Verständnis kann zu Unruhen zwischen den Völkern und schlimmstenfalls zum Krieg führen. Das Leid und die Angst der Menschen in Kriegszeiten veranschaulichten die Neuntklässler an mehreren Videos. Das Workshop schloss mit einem Appell ab, nämlich bei jeder Konfliktsituation zu hinterfragen, ob es nicht klüger wäre, nachzugeben und auf diese Weise wieder Frieden zu schaffen.

  1. Höflichkeit

In diesem Workshop wurden die Schüler gleich am Eingang auf ihre Umgangsformen getestet. Jeder erhielt beim Eintreten in den Raum ein Gummibärchen angeboten. Auf diese Weise wurden die Teilnehmer separiert, in diejenigen, dich sich bedankten oder eben nicht. Die Schüler mussten jedoch selbst überlegen, wie die Aufteilung der Gruppe zu Stande kam. An einem Negativbeispiel, dargeboten in einem Rollenspiel, sahen die Schüler anschließend, wie sich ein Gast in einem Restaurant nicht zu verhalten habe. Sie überlegten auch, welche Äußerungen oder Reaktionen des Gastes anständig wären. Zum Schluss beschäftigten sich die Teilnehmer damit, was einen Gentleman bzw. eine Lady ausmacht.

  1. Zivilcourage

Was ist eigentlich Zivilcourage? In welchen Situationen würde ich sie zeigen?
Mit diesen Fragestellungen beschäftigten sich die Schüler im letzten Workshop. In einer regen Diskussionsrunde wurde an mehreren Beispielfällen besprochen, wie man sich in der jeweiligen gefährlichen Situation zu verhalten habe. Wann hole ich Hilfe? Wann und ob darf ich selbst eingreifen? Um das Gelernte nochmals zu festigen, durften die Achtklässler mit der App Puppet Palls eigene Situationen nachstellen, die sie vielleicht schon mal erlebt haben und die Zivilcourage von ihnen gefordert haben.

Allen Beteiligten sowohl den Mitgliedern des Werte-Teams als auch den Achtklässlern hat dieses Projekt viel Freude bereitet. Ein Dank geht an alle Neuntklässler, die sich beim Wertetag so engagiert haben und bei der gründlichen Vorbereitung sowie der großartigen Umsetzung des Projektes keine Mühe gescheut haben. Großes Lob dafür!

I. Bohn-Rochow