Bussicherheitstraining für die 5. Jahrgangsstufe

Rund neun von zehn Schülerinnen und Schülern unserer Realschule fahren täglich mit dem Schulbus zur Schule. Eine besondere Herausforderung stellt insbesondere für viele Fünftklässler zu Beginn des Schuljahres die Fahrt mit dem für sie neuen Beförderungsmittel dar, da sie den Weg zur Grundschule in der Regel vorher stets zu Fuß gemeistert haben.

Da es uns an der Realschule Thannhausen ein wichtiges Anliegen ist, dass alle Schülerinnen und Schüler möglichst sicher zur Schule und wieder nach Hause gelangen, fand auch zu Beginn dieses Schuljahres in Zusammenarbeit mit der Polizeiinspektion Krumbach und dem Busunternehmen BBS Brandner KG unser bewährtes Bussicherheitstraining statt.

Angekommen mit ihren Schultaschen an der Bushaltestelle vor dem Schulgebäude wurden die Fünftklässler von dem Busfahrer Herrn Seibold mit seinem Bus und dem Polizisten Herrn Praschivka bereits erwartet. Gleich zu Beginn des Trainings wurden die Schüler zunächst auf ihre eigenen Erfahrungen rund um das Busfahren angesprochen. Daraufhin berichteten sie allerlei Eindrücke, die sie bereits in der ersten Schulwoche in und rund um den Schulbus gesammelt haben.

Schnell wurde ihre Aufmerksamkeit auf den Bus selbst, seine Abmessungen und Dimensionen gelenkt. Dabei erfuhren unsere „Neuen“ unter anderem, dass ein Bus nahezu genauso lang, wie drei Autos ihrer Eltern und dabei fast 3,5 m hoch ist. Ein mit rund 110 Schülern voller Bus, so staunten die Fünftklässler weiter, ist nahezu so schwer, wie drei ausgewachsene Elefanten. Die große Masse des Fahrzeugs wurde den Schülern insbesondere bewusst, als die ganze Klasse anschließend versuchte den Bus von der Stelle zuschieben und dieses ihnen nur mit großer Mühe gelang.

Neben der großen Masse birgt bereits der Aufenthalt am Schulbus große Gefahren. Um diesen zu begegnen, wurde für unsere Fünftklässler unter ihrer tatkräftigen Beteiligung zunächst einmal ein scheinbarer Zaubertrick vorgeführt. Während der Polizeihauptmeister Herr Praschivka mit einer Hälfte der Klasse den Bus bestieg, platzierte der Busfahrer Herr Seibold alle anderen Schüler scheinbar vollkommen wahllos um den Bus herum. Als ihre Mitschüler anschließend nacheinander auf dem Fahrersitz des Busses Platz nehmen durften, war die Überraschung groß. Kein einziger Mensch war mehr außerhalb des Busses zu sehen. Schnell wurde hier klar, dass es an dem „toten Winkel“ des Fahrzeugs liegt, der gleich ganze Schulklassen „verschlingen“ kann. Gezielt nachgefragt wurde durch diese Erfahrung jedem Schüler klar, wie wenig der Busfahrer auf seinem Sitz also tatsächlich in seinem direkten Umfeld sehen kann.

Anschließend durften die Fünftklässler abschätzen, wie lange ein Schul- und Linienbus braucht, um tatsächlich in einer Gefahrensituation zum Stehen zu kommen. Dazu zeichneten sie mit Straßenkreide Markierungen auf die Fahrbahn. Selbst bei einer darauffolgenden Vollbremsung bei 30 km/h wurde den Schülern eindrucksvoll bewusst, dass sehr viel Kreide unter dem Schulbus verschwand. Wichtig ist es also, so folgerten die Teilnehmer des Trainings dann, nicht einfach vor einem fahrenden Bus noch schnell die Straße zu überqueren.

Gefahren drohen aber schon beim Ein- und Aussteigen, zum Beispiel bei Rangeleien und Gedränge, während der Bus sich der Haltestelle nähert. Ein Schulranzen, so erklärte beim Bussicherheitstraining Herr Seibold den Schülern, kann bei einer Vollbremsung zu einem Geschoss werden und ein Fuß könnte unter einem Busreifen sogar zerquetscht werden. Dieses wurde den staunenden Schülern anhand einer verschlossenen Wasserflasche bewusst, die sie auch mit viel Mühe nicht zusammendrücken konnten. Als ein Reifen ihres Schulbusses die Flasche jedoch überrollte, war sie ruck zuck platt. Betont wurde auch vom Herrn Praschivka, dass man nicht direkt an der Bürgersteigkante stehen dürfe, wenn ein Bus sich der Haltestelle nähere. Dass der Bus beim Einfahren in die Haltebucht in der Regel einige Zentimeter des Bürgersteigs unter seiner Front verschwinden lässt, wurde zur Veranschaulichung dieser Aussage vom Herrn Seibold mit seinem Bus eindrucksvoll demonstriert.

Neben dem korrekten Verhalten an der Bushaltestelle gibt es auch beim Einsteigen in den Schul- und Linienbus einiges zu beachten. In einem Wettbewerb zweier Gruppen der Klasse wurde den Schülern klar, dass man viel schneller im Bus ist, wenn man geordnet nacheinander in den Bus einsteigt, anstatt mit Drängeln und Schubsen.

Im Bus sitzend erfuhren die Schüler anschließend vom Herrn Praschivka, was sie während der Fahrt zu beachten haben und welche Sitzplätze gerade sie als „Kleinste“ im Schulbus, aber auch bei einer Beförderung im Linienbus nutzen sollten, um durch aufdringliche Personen entstehende Gefahrensituationen zu vermeiden und sich diesen gegebenenfalls schnell zu entziehen.

Zuletzt fand eine simulierte Evakuierung des Busses unter Anleitung des anwesenden Busfahrers statt, bevor zum Abschluss des Trainings die Schüler den beiden Leitern des Bussicherheitstrainings noch ihre offenen Fragen stellen durften. Gerne, ausführlich und geduldig wurden diese zur vollsten Zufriedenheit aller beantwortet.

Wir bedanken uns sehr herzlich beim Herrn Praschivka von der Polizeiinspektion Krumbach und beim Herrn Seibold vom Busunternehmen BBS für die zwei äußerst lehrreichen Schulstunden pro Klasse im Freien.

Konstantin Petri