Von Viren, Würmern und trojanischen Pferden

Informationsabend zur Internetsicherheit an der Realschule Thannhausen

„123456 - können Sie mit dieser Zahlenfolge etwas anfangen? Das ist die unangefochtene Nummer Eins der beliebtesten Passwörter in Deutschland.“ Ungläubiges Kopfschütteln bei den ca. 80 Eltern in der Aula der Christoph-von-Schmid-Schule auf die Frage von Studienrat Michael Debbage-Koller.

Er arbeitet neben seinem Lehrauftrag für Deutsch und Geschichte an der Christoph-von-Schmid-Schule auch als Referent für digitale Bildung der Realschulen in Schwaben. Die Digitalisierung hat längst in den Schulen Einzug gehalten und neben den unbestrittenen Chancen dieser Entwicklung lauern auch Gefahren. „Eine Schule, die ihren Auftrag ernst nimmt, Kinder fit zu machen für die Zukunft, muss das thematisieren. Dazu gehört der sichere Umgang mit dem Internet und mit digitalen Geräten“, führt Debbage-Koller aus. Und dann nimmt er sein Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Internetkriminalität.

Von Computerviren, Würmern und trojanischen Pferden hat man schon einmal gehört, aber was ist mit „Krypto-Mining“ oder „Ransom-Software“? Schnell wird klar: Jeden kann es treffen. Die Methoden, mit denen Kriminelle an persönliche Daten gelangen,  werden immer raffinierter und die Einfallstore, die ihnen das ermöglichen, immer zahlreicher. Das „Smarthome“ ist auf dem Vormarsch. Schon 2017 befanden sich durchschnittlich 10 internetfähige Geräte in jedem Haushalt.

Für Jugendliche besonders gefährlich ist der Bereich des „Social Engineering“, der Angriff auf ihre digitale Identität. Das beginnt mit der Ausspähung von Informationen mittels E-Mails, gefälschter Web-Seiten oder Kurznachrichten. Schließlich sind gezielte Angriffe auf bestimmte Personen möglich, das sogenannte „Spear-Phishing“. Zugute kommt  den Kriminellen dabei die ständig wachsende Rechnerleistung. Das maschinelle Knacken von Passwörtern wird immer leichter. Bei einer Leistung von 100 Milliarden Kombinationen pro Sekunde entschlüsseln moderne Programme einfache Passwörter in wenigen Augenblicken.

Was tun? Debbage-Koller präsentierte eine Fülle von Möglichkeiten, wie sich der Einzelne schützen kann.

Das beginnt bei regelmäßigen Updates und einfach vorzunehmenden Sicherheitseinstellungen im Betriebssystem des Rechners. Es geht weiter mit der Wahl eines sicheren Browsers und einer Suchmaschine, die möglichst wenig Nutzerdaten sammelt. Eingeweihte ahnen es schon: „Google“ ist nicht darunter. Im Netz erhältliche Programme kreieren sichere Passwörter und Virenscanner erkennen und beseitigen Bedrohungen. Schließlich sollte man seine Daten regelmäßig an einem externen Speicherort sichern. Wer ein Übriges tun möchte, kann seine Spuren im Netz durch ein VPN (Virtual Private Network) verwischen oder eine Verschlüsselungssoftware für Daten und Speichermedien einsetzen.

Linktipps zu Seiten im Netz, die sich speziell mit dem Thema Internetsicherheit auseinandersetzen, rundeten einen hochinteressanten Abend ab.

Text: Wolfgang Werz
Bild: Frank Decke
Das Bild zeigt Michael Debbage-Koller während seines Vortrags.