Abschiede

Luitgard Weis und Direktor Marcus Langguth verlassen die Christoph-von-Schmid-Realschule
Die Vorsitzende des Personalrats, Rita Henzler, würdigte in einer Feierstunde beider Verdienste.


Luitgard Weis

Der erste Abschied ist keine Überraschung: Luitgard Weis geht nach über 40 Jahren im Schuldienst – 39 davon in Thannhausen -  in den Ruhestand.  Rita Henzler zeichnete das Bild einer begeisterten Lehrerin, die, tief verwurzelt im Glauben, mit Herzensgüte und Leidenschaft ihre Aufgabe erfüllte. Aus dem Schwarzwald stammend, studierte sie in Reutlingen Musik und Deutsch, nach einem Fernstudium der Theologie erhielt sie zusätzlich die Lehrerlaubnis für katholische Religion. Ihre beiden Herzensangelegenheiten, die Musik und die Religion, verstand sie trefflich zu verbinden. Musikalisch wunderbar umrahmte Gottesdienste, ein von ihr initiierter Bibelkreis, Gebetsnächte an der Schule oder die Organisation der Romfahrten lagen in ihrer Verantwortung. Beim Weihnachtskonzert 2019 gestaltete sie ein kleines Musical und sie gründete sogar einen Lehrerchor, der bereits erste Auftritte hatte. Mit Luitgard Weis verliert die Realschule Thannhausen eine liebenswerte Kollegin und eine hochengagierte Lehrerin, die Generationen von Schülern mitgeprägt hat.



Marcus Langguth

Eine handfeste Überraschung – und keine von der angenehmen Sorte – war für das Kollegium die Nachricht von Marcus Langguths Wechsel an die Realschule Neusäß zum kommenden Schuljahr.

Im September 2012 war er in Thannhausen als großer Hoffnungsträger angekommen. Sein Name, so Rita Henzler schmunzelnd, gab auch Anlass dazu: Man hoffte auf eine „lange“ und „gute“ Zeit zusammen – und wurde nicht enttäuscht:  „Sie haben unsere Schule in den zurückliegenden Jahren auf ein hohes Niveau gebracht.“ Einige wichtige Punkte nannte sie, auf die auch Langguth selbst stolz ist: Wie vorausschauend es war, sich frühzeitig auf den Weg zur digitalen Schule zu machen, hat nicht erst die Corona-Krise gezeigt. Heute gibt es mehrere Tablet-Klassen an der Schule, digital gestützter Unterricht ist täglich gelebte Realität in Thannhausen. Möglich ist das nur mit einem hochengagierten Kollegium. Ein Großprojekt, für dessen Verwirklichung Langguth lange gekämpft hat, steht kurz vor der Realisierung: Der Neu- und Umbau der Schule beginnt 2021, für sage und schreibe 27 Millionen Euro!

„Warum gehen sie also?“, fragte Rita Henzler mit ironisch gefärbtem Unterton.  „Mit ihrem heutigen Weggang verlieren wir einen hervorragenden Schulleiter, der das Herz immer am rechten Fleck hatte und dessen Amtsführung von Menschlichkeit und Offenheit geprägt war. Dafür und für ihr unermüdliches Engagement im Dienste unserer Schule gebührt ihnen heute unser größter Dank.“

Der solchermaßen Geehrte hatte sichtlich Mühe, Fassung zu bewahren. In seiner Erwiderung gab er die Komplimente gerne zurück. Seine Beweggründe seien ausschließlich privater Natur:  „Unzählige Stunden habe ich im Auto mit Fahrten an verschiedene Schulstandorte von  Würzburg bis Thannhausen verbracht.

Ein beliebiger Wechsel in Richtung Augsburg stand nie zur Diskussion. Es sollte zumindest eine ähnliche gute Realschule sein. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Viele von ihnen sind mir ans Herz gewachsen und der Abschied wird mir daher schwer fallen. Meiner Nachfolgerin, meinem Nachfolger möchte ich jetzt schon zu dieser tollen Schule gratulieren.“

Ein lang anhaltender Applaus für den Geehrten stand am Ende eines bewegenden Abends.

Wolfgang Werz