Bussicherheitstraining für die 5. Jahrgangsstufen

Gut 90% der Schülerinnen und Schülern unserer Realschule fahren täglich mit dem Schulbus zur Schule. Eine besondere Herausforderung stellt insbesondere für viele Fünftklässler zu Beginn des Schuljahres die Fahrt mit dem für sie neuen Beförderungsmittel dar, da sie den Weg zur Grundschule in der Regel vorher stets zu Fuß gemeistert haben.

Da es uns an der CvS Realschule in Thannhausen, aber auch der Polizeiinspektion Krumbach und dem Busunternehmen BBS Brandner KG trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ein wichtiges Anliegen ist, dass alle Schülerinnen und Schüler möglichst sicher zur Schule und wieder nach Hause gelangen, fand auch zu Beginn dieses Schuljahres unser bewährtes Bussicherheitstraining unter Einhaltung der jeweiligen Hygienekonzepte aller Beteiligten statt.

Angekommen an der Bushaltestelle vor dem Schulgebäude wurden die Fünftklässler von den Busfahrern Herrn Seibold und/oder Herrn Lutz mit seinem Bus und der Polizistin Frau Heisch bzw. dem Polizisten Herrn Praschivka bereits erwartet. Gleich zu Beginn des Trainings wurden die Schüler zunächst auf ihre eigenen Erfahrungen rund um das Busfahren angesprochen. Daraufhin berichteten sie allerlei Eindrücke, die sie bereits in der ersten Schulwoche in und rund um den Schulbus gesammelt haben.

Schnell wurde ihre Aufmerksamkeit auf den Bus selbst, seine Abmessungen und Dimensionen gelenkt. Dabei erfuhren unsere „Neuen“ unter anderem, dass ein Bus nahezu genauso lang, wie drei Autos ihrer Eltern und dabei fast 3,5 m hoch ist. Ein mit rund 110 Schülern voller Bus, so staunten die Fünftklässler weiter, ist nahezu so schwer, wie drei ausgewachsene Elefanten. Die große Masse des Fahrzeugs wurde den Schülern insbesondere bewusst, als die ganze Klasse anschließend versuchte den Bus von der Stelle zuschieben und dieses ihnen nur mit großer Mühe gelang.

Neben der großen Masse birgt bereits der Aufenthalt am Schulbus große Gefahren. Um diesen zu begegnen, wurde für unsere Fünftklässler unter ihrer tatkräftigen Beteiligung zunächst einmal ein scheinbarer Zaubertrick vorgeführt. Während (aufgrund der Hygieneauflagen) der Busfahrer auf dem Fahrersitz des Buses platznahm, platzierte die Polizistin Frau Heisch bzw. der Polizist Herr Praschivka die Schüler der Klasse scheinbar vollkommen wahllos um den Bus herum. Als Herr Lutz anschließend nach seinen Beobachtungen gefragt wurde, war die Überraschung groß. Kein einziger Mensch war für ihn außerhalb des Busses zu sehen. Schnell wurde hier klar, dass es an dem „toten Winkel“ des Fahrzeugs liegt, der gleich ganze Schulklassen „verschlingen“ kann. Gezielt nachgefragt wurde durch diese Erfahrung jedem Schüler klar, wie wenig der Busfahrer auf seinem Sitz also tatsächlich in seinem direkten Umfeld sehen kann.

Anschließend durften die Fünftklässler abschätzen, wie lange ein Schul- und Linienbus braucht, um tatsächlich in einer Gefahrensituation zum Stehen zu kommen. Dazu stellten sie Kegel neben die Fahrbahn. Selbst bei einer darauffolgenden Vollbremsung bei 30 km/h wurde den Schülern eindrucksvoll bewusst, dass der Bus erst hinter zahlreichen Hüttchen zum Stehen kam. Wichtig ist es also, so folgerten die Teilnehmer des Trainings dann, nicht einfach vor einem fahrenden Bus noch schnell die Straße zu überqueren.

Gefahren drohen aber schon beim Ein- und Aussteigen, zum Beispiel bei Rangeleien und Gedränge, während der Bus sich der Haltestelle nähert. Ein Schulranzen, so erklärte beim Bussicherheitstraining Herr Seibold bzw. Herr Lutz  den Schülern, kann bei einer Vollbremsung zu einem Geschoss werden und ein Fuß könnte unter einem Busreifen sogar zerquetscht werden. Dieses wurde den staunenden Schülern anhand einer verschlossenen Wasserflasche bewusst, die sie auch mit viel Mühe nicht zusammendrücken konnten. Als ein Reifen ihres Schulbusses die Flasche jedoch überrollte, war sie ruck zuck platt. Betont wurde auch den Polizisten, dass man nicht direkt an der Bürgersteigkante stehen dürfe, wenn ein Bus sich der Haltestelle nähere. Dass der Bus beim Einfahren in die Haltebucht in der Regel einige Zentimeter des Bürgersteigs unter seiner Front verschwinden lässt, wurde zur Veranschaulichung dieser Aussage vom Herrn Lutz mit seinem Bus eindrucksvoll demonstriert.

Neben dem korrekten Verhalten an der Bushaltestelle gibt es auch beim Einsteigen in den Schul- und Linienbus einiges zu beachten, was die Schüler in diesem Schuljahr von den Referenten nur mündlich erfuhren. Aufgrund der Hygieneregeln musste nämlich der passende Wettbewerb zweier Gruppen der Klasse in diesem Schuljahr entfallen, bei dem den Schülern eindrucksvoll gezeigt wird, dass man viel schneller in den Bus gelangt, wenn man geordnet nacheinander einsteigt, anstatt mit Drängeln und Schubsen.

Im Bus im ausreichend großen Abstand sitzend erfuhren die Schüler anschließend von Frau Heisch bzw. Herrn Praschivka, was sie während der Fahrt zu beachten haben und welche Sitzplätze gerade sie als „Kleinste“ im Schulbus, aber auch bei einer Beförderung im Linienbus nutzen sollten, um durch aufdringliche Personen entstehende Gefahrensituationen zu vermeiden und sich diesen gegebenenfalls schnell zu entziehen.

Zuletzt fand eine simulierte Evakuierung des Busses unter Anleitung des anwesenden Busfahrers statt, bevor zum Abschluss des Trainings die Schüler den Leitern des Bussicherheitstrainings noch ihre offenen Fragen stellen durften. Gerne, ausführlich und geduldig wurden auch in diesem Schuljahr diese zur vollsten Zufriedenheit aller beantwortet.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei Frau Heisch und Herrn Praschivka von der Polizeiinspektion Krumbach und bei Herrn Seibold und Herrn Lutz vom Busunternehmen BBS für die zwei äußerst lehrreichen Schulstunden pro Klasse im Freien.

Konstantin Petri