Die „Goldenen Zwanziger“ - Verabschiedung unseres 69. Abschlussjahrgangs

Zwei Jahre war pandemiebedingt nur eine sehr reduzierte Abschlussfeier möglich gewesen. Endlich konnte Konrektor Peter Volkert wieder zahlreiche Gäste in der vollbesetzten, festlich geschmückten Sporthalle der Realschule begrüßen, darunter Diakon Franz Gleich und Pfarrer Ingo Zwinkau sowie Bürgermeister Alois Held. Landrat Dr. Hans Reichart konnte nicht persönlich anwesend sein, übersandte aber seine Glückwünsche per Videobotschaft an die Absolventen.

Stadtoberhaupt  Alois Held zeigte sich in seiner Rede besonders beeindruckt von einem Zitat auf dem Einladungsflyer für diesen Abend. Es stammt von Nelson Mandela: „Bildung ist die mächtigste Waffe, die du verwenden kannst, um die Welt zu verändern!“ Für Held ist das nichts anderes als die Aufforderung zu mehr gesellschaftlichem Engagement, das heute mehr denn je gebraucht werde. Diesen Aspekt griff auch die Vorsitzende des Elternbeirats, Melanie Glas, auf und betonte den Zusammenhalt und die großartigen Freundschaften, die im Laufe der gemeinsamen Schuljahre entstanden sind.

„Die Goldenen Zwanziger“ hatten sich die Absolventen als Motto für ihre Entlassfeier gewählt. Direktor Frank Decke zog in seiner Ansprache Parallelen zur Gegenwart. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg sei eine beispiellose Ära gesellschaftlicher Erneuerung und Veränderung in allen Bereichen des Lebens gewesen, nicht nur hierzulande. „Anni ruggenti“ (rauschende Jahre) nannte man sie in Italien und  „années folles“ (verrückte Jahre) in Frankreich.

„Auch wir stehen am Beginn der Zwanzigerjahre. Und auch ihr habt eine zum Teil verrückte Zeit hinter euch“, so Decke. Die Pandemie habe das private wie das öffentliche Leben weltweit bestimmt, besonders einschneidend sei dies in den Schulen gewesen. Immerhin: Einen positiven Aspekt konnte er dieser schwierigen Zeit abgewinnen: Die Digitalisierung an den Schulen habe große Fortschritte gemacht.

Das zu Ende gehende Schuljahr sei endlich wieder eines ohne Distanzunterricht gewesen. Das Leben kehrte an die Schulen zurück, mit allem, was Schule neben der Wissensvermittlung eben auch ausmacht.

Decke zeichnete dann das Bild einer neuen Generation, vor der „goldene Jahre“ liegen, und forderte die Absolventen auf, ihre Chancen zu ergreifen. Ob Gymnasium, Fachoberschule oder Berufsausbildung, dem Tüchtigen stünden alle Wege offen.

Den Glamour der Zwanziger könne man bald auch in Gestalt einer völlig renovierten Schule vorfinden, schloss der Schulleiter in Anspielung auf die anstehenden Baumaßnahmen seine Ausführungen. Die inneren Werte der Christoph-von-Schmid-Schule, denen man sich hier verschrieben habe, blieben jedoch bestehen: Charakter bilden, Vielfalt leben, Schüler fördern!

Dass diese Wertevermittlung auf fruchtbaren Boden gefallen war, davon konnte sich überzeugen, wer den Reden der Schülersprecher im Anschluss lauschte. Wir zitieren aus dem Beitrag von Katharina Ortner: „Die Vermittlung von Wissen war das eine, der Blick auf Werte wie Zusammenhalt, Zuverlässigkeit, Respekt, Hilfsbereitschaft und Toleranz das andere. Unsere Stärken und Begabungen zu nutzen, diese einzusetzen und alles dafür zu tun, dass diese Welt an vielen Orten, bei vielen Themen – im Kleinen wie im Großen – eine bessere wird , dafür haben wir hier das Handwerkszeug bekommen.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Und dann war er da, der Augenblick, auf den man so lange hingearbeitet, den man so herbeigesehnt hatte: Aus der Hand des Schulleiters erhielten 120 Absolventen ihr Abschlusszeugnis der Mittleren Reife.

Keine Zeugnisübergabe ohne die Ehrung der Schulbesten. Finanziert wurden die Preise durch die Raiffeisenbank Thannhausen, verbunden mit den persönlichen Glückwünschen von Vorstand Gerhard Böck und Geschäftsstellenleiter Markus Tschanter.

Die Zahlen sind beeindruckend: Allein 31 Mal stand die Eins vor dem Komma.

Die Besten der 10. Klassen sind:
Hannah Klos  (10 E) : 1,19
Laura Pfänder (10 D) : 1,17
Arthur Weber (10 C): 1,09
Amelie Rothermel (10 C): 1,09
Esther Wundlechner (10 E): 1,08

Schulbester:
Simon Vogele (10 A) mit dem Traumschnitt von 1,0

Direktor Frank Decke dankte am Ende allen Mitgliedern der Schulfamilie für ihren unermüdlichen Einsatz an diesem Abend und während des gesamten Schuljahrs. Ganz besonders hob er die beiden Organisatorinnen hervor: Katrin Michaelis, die für die Gesamtorganisation verantwortlich zeichnete, sowie Heike Lenz für die Gestaltung. Eindrucksvoll war auch die musikalische Umrahmung des Festakts durch die Schulband sowie das Orchester unter Leitung von Rainer Steber.

Schließlich bat Decke alle in den Pausenhof und es erfolgte die schon traditionelle Lossprechung der Absolventen: „Hiermit ist eure Schulzeit an der Christoph-von-Schmid-Schule beendet“.

Mit einem großen Stehempfang, organisiert und finanziert durch den Elternbeirat, ging ein bewegender Abend zu Ende.

Wolfgang Werz