Die Realschule Thannhausen an der Spitze der Digitalisierung

Man stelle sich vor, es ist Elternsprechtag  - und niemand geht hin! Keine abendliche Autofahrt zur Schule des Kindes, kein nervtötendes Warten auf zugigen Schulfluren. Stattdessen ein gemütlicher Plausch mit dem Lehrer über die Leistungen der Sprösslinge vom heimischen Sofa aus.  Die „Online-Video-Konferenz“ macht‘s möglich. Vor kurzem noch Zukunftsmusik, an der Christoph-von-Schmid-Schule fast schon normal. Und das ist längst nicht alles. Ein Gespräch mit Schulleiter Frank Decke über Schule in Zeiten von Corona und die Segnungen der Digitalisierung

 „Die Rückmeldungen der Eltern sind durchweg positiv.“ Frank Decke ist zufrieden. „Probleme gab es kaum, unser Technik-Team um Florian Daniek, Konstantin Petri und Jonas Kolb hat wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet.“ Eigentlich, so Decke, biete diese Form des Elternabends nur Vorteile. Es habe sogar mehr Anmeldungen als sonst gegeben. Und zuhause saßen meist beide Elternteile samt Kindern vor dem Bildschirm. Vereinzelt gab es schon den Wunsch, auch nach Corona bei diesem Modell zu bleiben.

Apropos Corona: Seit 9. Dezember befinden sich die 8. und 9. Klassen wieder im Homeschooling. Die Indzidenzwerte im Landkreis ließen nichts anderes mehr zu. Das wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten immer wieder ein Thema sein. Beim Distanzunterricht kommt alles darauf an, wie die Unterrichtsinhalte in digitaler Form an die Schüler vermittelt werden, ohne dass der Lernerfolg leidet. Decke sieht seine Schule gut gerüstet: „Jetzt zahlt es sich aus, dass wir in Thannhausen frühzeitig auf komplette Lösungen gesetzt haben. In jedem Raum befinden sich ein hochmoderner Beamer sowie eine Dokumentenkamera. Sämtliche Lehrer sind mit Tablets ausgestattet. Es gibt allein vier „i-Pad-Klassen“, für die ist digital gestützter Unterricht längst Realität. Die Lehrer bilden sich sowohl intern als auch in entsprechenden Online-Kursen pausenlos fort.“ Einer der Vorreiter war und ist Michael Debbage-Koller. Zu Beginn des Schuljahres wurde der kreative Kopf von der Realschule Thannhausen an die Stabsstelle Medien-Pädagogik-Didaktik an der zentralen Lehrerfortbildungsakademie in Dillingen abgeordnet.  Er gestaltet dort künftig für sämtliche Schularten die digitalen Fortbildungen mit. Kein Wunder, dass die Christoph-von-Schmid-Schule schon 2019 vom bundesweiten Netzwerk „MINT Zukunft schaffen“  als „Digitale Schule“ ausgezeichnet wurde.

Das Ergebnis: eine maximale Flexibilität, was die Gestaltung von Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln angeht. Decke weiter:  „Unser Systembetreuer Florian Daniek hat es mittels Kopplung von Beamern und Tablets geschafft, dass zwei Klassen simultan in nebeneinander liegenden Räumen unterrichtet werden können. Damit wird der vorgeschriebene Mindestabstand eingehalten. In Kürze können wir den Unterricht „live“ zu den Schülern im Homeschooling übertragen. Damit würden die befürchteten Nachteile des Distanzunterrichts weiter verringert.“

 Schülern, die kein eigenes i-Pad haben, wird von der Schule kostenlos eines gestellt. Die Schule besitzt mehrere Klassensätze, die flexibel stunden- oder tageweise eingesetzt werden können.

Ohne die großzügige Unterstützung der öffentlichen Hand wäre dies alles unmöglich. Deshalb ist es Frank Decke am Ende auch ein besonderes Anliegen, den Verantwortlichen in München und im Landkreis Günzburg für die Ausstattung der Schule seinen besonderen Dank auszusprechen.

Text und Foto: Wolfgang Werz

Bild: Das Bild zeigt von unten nach oben Schulleiter Frank Decke, Systembetreuer Florian Daniek sowie Konstantin Petri und Jonas Kolb.